Dit-Ticker - Sichtbar abnehmen

Freitag, 21. Oktober 2011

Fehlende Hilfsbereitschaft

Ich finde es unglaublich traurig, wenn jemand nur seine eigene Interesse im Blick hat und so gut wie nichts für andere Menschen tut. Und gerade mit so einem Mann bin ich verheiratet.

Meine Eltern schauen seit Jahren getrennt Fernsehen. Nach der Installation einer neuen Satelitenanlage in ihrem Mehrfamilienhaus funktioniert das Zweitgerät nicht mehr. Für meine Mutter eine kleine Katastrophe.

Mein Mann ist fit in solchen Dingen und beschäftigt sich bei uns im Haus stundenlang mit LNB's, Receivern, und Senderprogrammierung. Bei der Bitte meiner Eltern, sich den Zweitanschluss einmal anzusehen, schiebt er doch tatsächlich irgendwelche Dinge vor, um das hinauszuzögern.

"Ich habe mir gedacht, dass ich am Sonntag mal hinfahre", war seine Idee am Freitag. Warum geht das nicht früher?

Seine Antwort: "Weil ich heute einen Zahnarzttermin für einen Abdruck habe und weil du einkaufen musst."

Dazwischen bliebe aber noch genug Zeit, um mal bei meinen Eltern vorbeizufahren, schlug ich vor.

Darauf folgte ein bitterböses Streitgespräch. Das wäre doch wohl egal, wenn die warten müssen. Warum muss das immer sofort sein. (Immer sofort? Er macht sonst nie etwas für meine Eltern! Sämtliche Renovierungen in der Wohnung hat bisher der Mann meiner Schwester übernommen.)
Samstag ginge auch nicht, weil ich ja auf einem Chorworkshop wäre und das Auto bräuchte. (Der Workshop ist direkt in der Nachbarschaft meiner Eltern.) Er könnte mich ja fahren (sind nur 5 Minuten) und das Auto behalten, schlug ich vor. Nein, er hätte keine Lust Fahrdienst zu spielen. Als ich vorschlug zu Fuß zu gehen, brachte ihn das nur noch mehr auf die Palme (wahrscheinlich, weil die Ausreden für ihn immer knapper wurden).

Mein Mann ist seit acht Monaten krankgeschrieben, macht sich hier zu Hause einen "Lenz", hilft weder bei meiner Arbeit am PC, noch bei anderen Dingen, und findet keine Zeit meinen Eltern eine kleine Freude zu machen?

Was mich daran noch so wütend macht: Wenn unser Fernseher nicht funktionieren würde, wäre er sofort an der Verteileranlage. Oder unser Schwiegersohn müsste schnellstmöglich auf's Dach klettern, um die Antenne einzustellen.

Das kleine Teufelchen in mir würde jetzt gerne alle Kabelverbindungen zum TV ziehen und schauen, was passiert.

Wie kann man so egoistisch sein? Ich könnte heulen vor Wut!!!

Donnerstag, 11. August 2011

Augenscheinlich unglaublich...


Eigentlich sollte der Augenarzt nur die im Auge verschollene Kontaktlinse finden und entfernen. Die Fremdkörperentfernung taucht dann in der Rechnung auch mit 4,96 Euro auf. Wozu ich aber insgesamt über 80 Euro zahlen soll, ist mir schleierhaft.

Mittwoch, 10. August 2011

Hochzeitstag

...schon der 23ste! Den musste ich jedoch ohne meinen Mann verbringen, der sich noch in der Reha kurieren lässt. Da am selben Tag jedoch auch meine Eltern ihren 50. Verlobungstag feierten, haben wir es uns gut gehen lassen. Gemeinsam mit all meinen Kindern die Urlaub bzw. Ferien haben, sind wir chinesisch Essen gegangen. Lecker!!!

Einen Tag später dann Mädels-Cocktail-Abend bei mir mit "Extrem-Indoor-Grillen" bei schwülen Außentemperaturen. Es konnten leider nicht alle Mädels, aber wir hatten trotzdem Spaß - denn - wir haben natürlich für die Nicht-Anwesenden mitgetrunken. :-)


Auswahl gab's genug. Der Mehrheit nach zu urteilen war der "Flying Kangaroo" unser absoluter Favorit an diesem Abend. Kein Wunder - ist ja auch der leckere 43er drin.


Cocktail mit Einlage: Dabei wollten wir eigentlich auf die überflüssige Glas-Deko verzichten. :-)


Donnerstag, 28. Juli 2011

Genesungsverlauf

Jetzt ist es amtlich: Mein Mann bleibt noch eine Woche länger in der Reha-Klinik. Somit bleibt er insgesamt vier Wochen weg. Ihm tut es gut - mit geht es gut - also spricht nichts dageben. Vielleicht bekomme ich ja doch noch was von meiner To-Do-Liste erledigt.

Zum Beispiel einen gemütlichen Mädels-Abend mit Cocktails. Das kriegen wir terminlich doch wohl hin, oder Mädels?

Vielleicht schmeiße ich auch noch ein wenig Farbe an die Wände. Nur doof, das die PC-Arbeit so schleppend vorwärts geht. Aber Rechnungen für Juli (der ja bald schon vorbei ist) und die Buchhaltung für den Steuerberater sind endlich fertig. Es geht also vorwärts.

Vorwärts geht es auch bei meiner Schwester. Heute bekommt sie die letzte der sechs Chemos. Die Haare sind alle weg (auch Augenbrauen und Wimpern), die Fingernägel sind brüchig, die Fußnägel braun verfärbt, meine Schwester nur noch Haut und Knochen. Da sie sowieso schon immer sehr schlank war, fehlten da die Reserven. Nach der Chemo sollen 30 Bestrahlungen folgen, bevor meine Schwester dann die Kur antreten kann. Hoffentlich nützt die ganze Chemie was, um den Krebs zu besiegen. Man ist so machtlos!

Mittwoch, 27. Juli 2011

Führerschein

Letzte Woche Mittwoch hat die Jüngste ihre theoretische Führerscheinprüfung bestanden. Ich war an diesem Tag unterwegs zur Reha-Klinik. Auf der Autobahn ging das Telefon. Töchterlein war dran - weinend. Ja, was denkt man da zu allererst? Durchgefallen!

Aber nein - der Grund für die Verzweiflung der Tochter lag ganz woanders. Ich hatte die Gebühren für die Prüfung (105,80 Euro!!!) überwiesen. Trotz Überweisungsschein ließ man sie nicht zur Prüfung zu. Hätte sie bar bezahlen oder mindestens zwei Wochen vorher überweisen müssen. Na, toll!!! Zum Glück hatte ihr Freund noch 100 Euro auf dem Konto und hat ihr ausgeholfen. Die nun doppelte Überweisung bekomme ich nun innerhalb von zwei Wochen zurück überwiesen. Ich will's mal hoffen.

Zwei Stunden später dann der erlösende Anruf: Bestanden!



Nun geht's weiter mit Fahrstunden. Die mussten durch das gebrochene Sprunggelenk ja pausieren. Auf dem Bild bekommt Töchterlein die erste Einweisung durch den Fahrlehrer.

************************************************

Nachtrag: Zu früh gefreut. Jetzt macht der Fahrlehrer erst einmal drei Wochen Urlaub. Dumm gelaufen...!

Dienstag, 26. Juli 2011

Ungewöhnlich



Rote-Beete-Spaghetti mit Ziegen-Frischkäse-Creme. Ein neues Geschmackserlebnis...

Meinen Mann haben sie in der Kur auf Diät gesetzt. Durch den Sport (den er sonst nur im Fernsehen verfolgt) beginnt auch der Muskelaufbau. Wer weiß, vielleicht bekomme ich einen Mann mit "sexy Body" zurück...?! ;-)

Samstag, 23. Juli 2011

Stell dir vor...

Von Carl Sandburg stammt folgendes Zitat: "Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin."

Ich wandel diesen Spruch mal um in: "Stellt euch vor ich hab' Wimpern und niemand schaut hin."

Nach dem sensationellen Wimpernwachstum von "Ninon" konnte ich es nicht lassen, mir auch den Eyelasher zu besorgen und auszuprobieren. Die Tinktur wird aufgetragen wie ein Eyeliner und bewirkt, dass die Wimpern länger und dichter werden. Und es klappt tatsächlich. Da Wimpern eine Lebensdauer von zirka sechs Wochen haben, stellt sich der sichtbare Erfolg auch erst nach dieser Zeit ein.







Mittlerweile benötige ich fast keine Wimperntusche mehr. Allerdings ist die "wundersame Vermehrung bzw. Verlängerung" auch noch niemandem aufgefallen. Von daher glaube ich nicht, dass ich eine weitere Tinktur kaufen werde, zumal das Zeug nicht billig ist.

Aber es macht schon Spaß die längeren Wimpern zu tuschen. Das geht viel leichter, als wenn man so kurze Stummeln hat. :-)


Donnerstag, 21. Juli 2011

Zehn Dinge....

... die ich tun kann, wenn mein Mann nicht da ist:

1) Lüften wann und soviel ich will. (Mein Mann fürchtet beim Lüften Feuchtigkeit, Zug und Insekten.)

2) Seine Palme rausstelle, die nicht mehr schön aussieht, total schief wächst, ständig umfällt und das (zugegeben etwas übertrieben von mir) halbe Wohnzimmer in Beschlag nimmt.

3) Selbst bestimmen in welche Parklücke ich fahre.

4) Beim Autofahren singen (was ich schon auf der zweieinhalbstündigen Rückfahrt von Frankfurt ausgiebig getan habe).

5) Das Haus farbig gestalten (streichen, renovieren, dekorieren) ohne meinen Mann davon überzeugen zu müssen, das es schön aussehen wird.

6) Nach der Chorprobe mit "einen Trinken gehen" ohne schlechtes Gewissen und ohne dabei auf die Uhr schauen zu müssen.

7) Weggehen (zum Vergnügen) ohne vorher um Erlaubnis fragen zu müssen.

8) Das Fernsehprogramm bestimmen und während der Werbung weg- bzw. durchschalten! :-)

9) Nagellack im Haus benutzen (mein Mann reagiert auf den Geruch "aggressiv-allergisch")

10) Freunde einladen (wenn ich bei der Umsetzung der Punkte 1 bis 9 überhaupt noch Zeit dafür habe).

*******************************************

11) Eine Flugreise machen. (Wenn ich Geld dafür hätte wäre das eine einmalige Gelegenheit, denn mein Mann fliegt nicht.)

Strohwitwe

Nun ist es soweit: Mein Mann ist in der Reha-Klinik und ich friste mein Dasein hier zu Hause vorrausschichtlich für drei Wochen als Strohwitwe.

Seit Mitte Februar ist mein Mann aufgrund seines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben. Mehrere Ärzte und Therapiemaßnahmen hat er durch. Die Rehabilitation ist jetzt unsere letzte Chance und ich hoffe, dass sie ihn dort wieder fit bekommen.

Obwohl er eigentlich keine Schmerzen hat - nur weniger Kraft in einem Bein. Die Gefahr das es schlimmer wird, wenn er wieder zur Arbeit geht, ist das Problem.

Eigentich war die Kur auf letzten Dienstag festgesetzt. Mein Mann meinte aber noch einen Tag vor der Anreise zum Zahnarzt gehen zu müssen (obwohl er schon wochenlang Schmerzen im Kiefer hatte) und der Zahnarzt meinte noch eben operieren zu müssen - so richtig mit Kiefer aufschneiden und nähen. Somit musste die Kur um eine Woche verschoben werden, was meinem Mann nicht ungelegen kam.

Für ihn ist es schlimm, weg von zu Hause zu sein. Fremde Menschen, fremde Umgebung. Er geht sowieso nicht gerne weg und fühlt sich in den eigenen Wänden am aller wohlsten.



Doch jetzt führte kein Weg daran vorbei. Gestern habe ich ihn in die 240 km entfernte Klinik nahe Frankfurt gebracht. Als ich die Heimreise antrag fühlte es sich an, als wenn ich ein Kind von mir zurück lassen würde, so hilflos und traurig stand er am Auto.

Bloggen konnte ich leider nicht in den vergangenen Wochen. Ich kann einfach nicht ungehemmt schreiben, wenn mein Mann hier den ganzen Tag herum schleicht. Dabei gab es einige Situationen, in denen ich dachte: Das musste du posten!

Hier also das erste Lebenszeichen von mir - und es werden weitere folgen. Ich freue mich auf euch und eure Kommentare.

Dienstag, 14. Juni 2011

Die Hochzeit

Was für eine schöne Hochzeit. Bei strahlendem Sonnenschein und hellblauem Himmel heiratete unsere Tochter ihren Freund, mit dem sie nun schon fast acht Jahre zusammen ist. Am Freitag fand die standesamtliche Trauung statt. Die Braut im schwarzen Kleid, der Bräutigam im weißen Anzug. Am Tag danach wurden die Farben dann umgekehrt. Beide sahen umwerfend aus – aber vielleicht sehe ich das als stolze Mutter auch nur so. :-)


Bei der kirchlichen Trauung am Mittag spielte unsere Jüngste zwei Geigenstücke, die richtig unter die Haut gingen. Auch der Prädikant gestaltete die Rede sehr schön und persönlich. Es gab Einiges zu lachen. Unter anderem auch, als die Sirene losging. Denn jeden ersten Samstag im Monat gibt es mittags einen Probe-Alarm. Zum Glück fiel er genau zwischen das Ende des Geigenstücks und kurz bevor das Glaubensbekenntnis gesprochen werden sollte.

Während das junge Paar im Schlossgarten Fotos machte, fuhr die Hochzeitsgesellschaft mit dem weißen, festlich geschmückten Hochzeitsbus zum Festsaal in die Nachbarstadt.


Dass die anschließende Feier eine deutsch-russische Hochzeit werden sollte, wusste ich. Das eine russische Hochzeit jedoch so anders als eine deutsche Hochzeit ist, war mir neu. Es gab eine Band (die kein deutsch konnte) und eine Moderatorin, die sehr sympathisch war und (zum Glück auf deutsch) durch den Abend führte. Es gab lustige Spiele zur Unterhaltung der Gäste und viele traditionelle Bräuche.


Die Väter des Hochzeitspaares mussten sich im Puppen anziehen und Schlaflied singen messen, um zu zeigen, dass sie als Babysitter geeignet sind. Die Brautmütter mussten mit weiblicher Unterstützung in zwei Staffeln Babywäsche aufhängen, was sich als sehr lustig gestaltete.

Am schönsten war jedoch der Hochzeitstanz des Braupaars. Er begann mit einem gekonnten, langsamen Walzer. Doch dann wechselte der Musik zu Techno und beide hatten eine super schöne Choreografie einstudiert auf Liedausschnitten wie z.B. Macarena, Kung Fu Fighting, Barbie Girl, etc. Der Tanz endete wieder in einem Walzer und alle 130 Gäste waren begeistert.


Die Tränen in den Augen standen mir auch beim Anschneiden der fünfstöckigen Hochzeitstorte. Die Gelegenheit nutzte das junge Paar nämlich, um sich bei uns Eltern zu bedanken. Dafür, dass wir sie immer unterstützen und für sie da sind. Ein sehr emotionaler Moment.


Die Hochzeitszeitungen sind auch sehr gut angekommen. Gelesen wurden sie jedoch größtenteils erst zu Hause, da der Abend keine Langeweile aufkommen ließ.


Grandios war auch das Buffet auf der 18 Meter langen Tafel. Ein wahrer Traum mit internationalen Gerichten. Zuerst wurde an den Tischen die Hochzeitssuppe serviert. Dann folgte der erste Gang mit warmen und kalten Gerichten. Damit nicht alle gleichzeitig zum Buffet stürmten, standen Lied-Kärtchen auf den Tischen. Spielte die Band das Lied des Kärtchens, so durften diejenigen Tischnachbarn sich die Teller füllen. Gegen 20 Uhr folgte ein zweiter Gang mit künstlerisch geschnitztem und dekoriertem Obst und einem großen Fisch-Buffet mit Sushi, Krebsen, Lach, etc.


Für alle Schleckermäuler war der Schokobrunnen das absolute Highlight. Um 22 Uhr folgt dann die Hochzeitstorte in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen.


Pünktlich um Mitternacht wurde der Schleier abgenommen und der Brautstrauß geworfen. So gegen 3 Uhr morgens tanzten dann nur noch ein paar Jugendliche und wir haben uns verabschiedet. Zu Hause hatten wir ja noch Übernachtungsgäste, die am Morgen bewirtet werden mussten. Somit war an viel Schlaf nicht zu denken.

Als am Sonntagabend die Gäste abgereist waren, musste ich sehr weinen. Vielleicht weil es so schön war, vielleicht weil alles vorbei war, vielleicht weil der ganze Vorbereitungsstress so plötzlich von mir abfiel. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus allem.

Auf jeden Fall war diese Hochzeit genau so, wie das Brautpaar es sich vorgestellt und gewünscht hatte. Unsere Tochter hat den ganzen Tag nur gestrahlt und ich konnte kaum meine Augen von ihr lassen. Sie sah so glücklich aus. Noch jetzt kommen mir die Tränen, wenn ich daran denke und ich freue mich so sehr für die beiden.


Das Brautpaar flittert derzeit auf den Kapverdischen Inseln. Unsere beiden anderen Töchter habe ich um etwas Schonzeit gebeten, bis die nächste Hochzeit ansteht. In meinem Alter muss man so etwas ja erst mal verdauen. :-)